3. Literarisches Adventfenster

Schwarze Lüt im wißa Schnee

 Pünktlich zum erschta Adventsunntig hots i dr Nacht s`erschte Mohl gschneit und als am Vormittag d`Sunna vörakoh isch, hot`s dussa glitzrat und gfunklat, dass ähm fascht d`Ooga weh tua hond. I hon glei di dicka Stiefel agleht und bi in Wald ihe ganga. Do sind vo witam zwo Männr uf mi zuakoh. Hälls Häs hond si akah und us dena wißa Anorak hond butzschwarze Köpf ussagluagat. Alls isch schwarz gsi: d`Hut und s`Hoor. Nu s`Wiße vo da Ooga hot ussagschtocha. „Wo kond denn dia hera, dia ghörand net doher“, isch miar duchn Kopf gschossa. Denn hör i si lacha und i siach, dass des ganz junge Buaba sind, dia wohrschinlig s`erschte Mohl in iahram Läba da Schnee gsächa hond. Wia si a miar vorbeiganga sind, hond si mi herzlich aglachat, dass dia wißa Zahreiha us dena schwarza Gsichtr nu so gleuchtat hond.

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„Bin i a Trala“, hon i denkt. Dia hond genauso a Fröd am frisch gfallna Schnee wia i. Und der isch net nu für die wißa Lüt gmacht. Bald isch Wihnachta und miar läsand denn dia Gschicht vo dr Heiliga Famile vor, dia ma überall furtgschickt hot, bis si nu no im Schtall unterkoh isch. Und hüt? Net amohl an Schtall wend viele dena Flüchtling geh. Furt söttand si, wit furt, dass ma des Elend nümma sächa muss. I muss mi sälbr bi dr Nasa neh und iahna wenigschtens den schöna Schnee gunna und afocha, a bitz übrn ägna Tällrrand usseluaga. Wenigschtens für an Afang. Suss isch dia Wihnachtsgschicht nu a läärs Gschwätz.

Text: Irma Hirschauer /Nenzing

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