1. Literarisches Adventfenster

foto-1-florian-prutschDer Winter kommt bald

Der Nebel hängt tief in diesen Tagen und bedeckt die umliegenden Berge mit einem sanften grauen Schleier. Erster Schnee liegt in den Ritzen der Natur, dort wo die Sonne mit ihren wärmenden Strahlen nicht mehr hinreicht. Alles ist schon winterfest gemacht worden, egal ob es sich um Autos, Häuser oder aber auch die Wohnungen der Tiere handelt. Nur noch wenige sind zurzeit draußen unterwegs. Leichter Schneefall setzt nun ein und alles wird gleichermaßen von einer Schicht des Weißen bedeckt, es wirkt gerade so, als ob jemand mit Staubzucker die Welt um mich herum bedeckt hätte. Die allerletzten Blätter an den großen Bäumen versuchen sich mit Kraft an ihrem Stamm festzuhalten, doch es wird nichts nützen. Ihre braunen, roten und gelben Brüder sind schon längst zu Boden geflogen und bedecken nun den Gehsteig und den Rasen. Bald werden alle Bäume leer sein und alle ihre Kraft ist vorübergehend verschwunden. Die Kastanien des großen Kastanienbaumes von nebenan liegen alle aufgebrochen im feuchten Gras. Stachelige, braune Dinger, welche geradezu hervorstechen inmitten der Herbstfarben. Aus den Schornsteinen der umliegenden Häuser steigt Rauch auf, welcher wie eine weiße Säule gegen den Himmel steigt. Nach ein oder zwei Meter geht der Rauch in die Atmosphäre über und es bleibt nichts von ihm übrig. Alles verflüchtigt sich. Nun liegt schon etwas mehr Schnee auf der Straße und wenn ich mich umdrehe, dann erkenne ich den Weg welchen ich bereits zurückgelegt habe. Keine anderen Fußspuren befinden sich in der makellosen Schönheit der weißen Pracht. Nur meine Spuren stören. Der Schnee liegt auch schon auf meinem schwarzen Wintermantel und ich streife ihn mit der Hand sanft von meinen Schultern.

Ich laufe weiter.

Zwei gelbliche, runde Lichter bewegen sich auf mich zu und ein grünes Auto fährt vorbei. Durch den Schnee wird der Lärm minimiert und das Auto scheint fast als ob es vorbei gleiten würde.

Alles ist wieder ruhig.

Es fallen nun schon richtig große und dicke Schneeflocken vom Himmel.

Ich laufe weiter.

Text, Bild: Florian Prutsch/Bludenz

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